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Schon bei ihrem Entstehen gehörte sie in vieler Hinsicht, neben den Orgeln
in der Reinholdi-Kirche in Dortmund und St. Michaelis in Hamburg, zu den wichtigsten
Orgeln ihrer Zeit in Deutschland. Damals, als die so genannte Orgelbewegung
die Orgel wieder als Instrument mit eigener Identität entdeckt und die Musik
des Barock erneut ins Bewusstsein gerückt hatte, wurde sie von einer der angesehensten
und innovativsten Orgelbaufirmen Deutschlands - E.F. Walcker & Cie. - entwickelt.
Sowohl ihre wohl abgestimmten Disposition, ihre Größe als auch ihre räumliche
Situation ließen die Kritiker schon damals von einer "Wunderorgel" reden.
So war sie in das - zur damaligen Zeit - modernste und innovativste Verwaltungs-
und Kulturgebäude des Deutschen Reiches mit einem speziell für diese Orgel
gebauten Konzertsaal eingepasst, in dem sie als Soloinstrument wie als Begleitinstrument
für Chor und Orchester dienen konnte. Und mit ihrem fahrbaren Spieltisch bot
sie den Organisten die einmalige Möglichkeit, coram publico vor 1600 Zuhörern
zu spielen.
Heute ist die Orgel aus dem Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen die einzige Walcker-Orgel
aus der Weimarer Republik mit dieser Größe in Deutschland, die die Zeiten überstanden hat
und gleichzeitig wohl die größte Konzertsaalorgel Deutschlands. Zwar zwangen
die Zeitläufte zu Umbauten und Kompromissen, aber der Kern der Orgel blieb
immer erhalten. Ironischerweise sind es heute wieder die Missbilden der Zeit,
nämlich der marode Bauzustand des Hans-Sachs-Hauses, die die historische Chance
eröffnen, eine Orgel dieses Formates, dieser klanglichen Vielfalt und mit
dieser historischen Entwicklung in ihren Originalzustand zu versetzen - nicht
ohne dabei die neuesten technischen Entwicklungen zu berücksichtigen. Zurzeit befindet sich
die Walcker-Orgel deshalb bei der Fachfirma Romanus Seifert & Sohn in Kevelaer. Zu gegebener
Zeit wird entschieden werden können, wie die Orgel wieder zu einem Mittelpunkt der Orgelwelt
werden kann, möglicherweise wie früher mit international renommierten Veranstaltungen wie
dem "Internationalen Orgelwettbewerb" und dem "Gelsenkirchener Orgelherbst".
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